Allgemein

Willkommen auf Petras Blog

Erfinde das Schreiben, und die Demokratie ist unvermeidlich.

THOMAS CARLYLE (1795 – 1881), Schottischer Philosoph, Historiker, Essayist, Gerichtsschreiber und Sozialpolitischer Schriftsteller

In meiner Arbeit erlebe ich wunderbare Dinge, oft geht es um wichtige Themen. Leider kann ich mich im Alltag diesen Themen nicht ausführlich widmen. Daher habe ich mich entschieden, einen Blog zu erstellen. Über diesen möchte ich begleitende Texte zu meinen Arbeitsfeldern veröffentlichen, da ich davon überzeugt bin, dass das eine oder andere Thema auch für Sie interessant sein könnte.

Manche Artikel werden Kundinnen und Kunden der Vorbereitung oder Nachlese zu Seminaren oder größeren Projekten dienen.

Stift und Papier

Bildgestützte Kommunikation

Die bildgestützte Kommunikation (Arbeitstitel) soll Menschen das Verstehen erleichtern. Die Methode ist dem Fachgebiet unterstützte Kommunikation (abgekürzt UK) zuzuordnen. International wird diese auch Augmentative and Alternative Communication (AAC) genannt. Gemeint sind damit alle Kommunikationsformen die fehlende Laut- oder Schriftsprache ergänzen (augmentative) oder ersetzen (alternative). Dazu zählen Gebärdensprache, Schriftdolmetschung oder die Verwendung von Piktogrammen ebenso, wie die Übersetzung in leichte Sprache.

Eine weitere Möglichkeit, das Verstehen zu erleichtern erfolgt über die Zusammenfassung mittels gezeichneter Bilder, begleitet von einfachen Text-Zeilen. Ich nenne es derzeit bildgestützte Kommunikation. Diese Methode wiederum ist dem Graphic Recording zuzuordnen, bei dem Vorträge bei Veranstaltungen und Kongressen mittels Flipchart- oder Pinnwandzeichnungen live zusammen zu fassen. Auch der Begriff Graphic Facilitation hat sich inzwischen durchgesetzt, der – wörtlich übersetzt – so viel wie „graphische Moderation“ oder „graphische Erleichterung“ bedeutet. Der Einfachheit halber nenne ich die bildgestützte Kommunikation manchmal auch Zeichenprotokoll oder Zeichen-Zusammenfassung. Soweit mir bekannt ist, wurde noch kein allgemein gebräuchlicher Name für die Methode gefunden.

Im Unterschied zum klassischen graphic Recording werden bei der bildgestützten Kommunikation nicht nur die Inhalte sichtbar gemacht, sondern es erfolgt – nach einer bestimmten Redezeit der Vortragenden – eine Zusammenfassung in einfacheren Worten, gestützt durch die Bilder, die in der Zwischenzeit entstanden sind.

Bildgestützte Kommunikation ist mit der Simultanübersetzung durchaus vergleichbar, ersetzt aber weder Dolmetschleistungen, noch leichte Sprache. Sie hinterlässt Bilder der gesprochenen Worte für etwaige Nachbereitungen. 

Tagungteilnehmer*innen mit Lernschwierigkeiten fordern diese Unterstützung inzwischen sehr selbstbewusst ein, aber auch ein Publikum anderer Muttersprache oder fachfremde Personen profitieren davon. Bildgestützte Kommunikation wird bei Tagungen daher immer mehr zur Selbstverständlichkeit.

Fachthemem, Stift und Papier

Selbstorganisation

Zu den größeren Herausforderungen der Selbständigkeit zählt die Selbstorganisation. Schließlich gibt es hier keine Dienstanweisungen. Mein Arbeitsleben ist daher von den Terminen bestimmt, die ich mit meinen Kundinnen und Kunden vereinbart habe. Nach 20 Jahren Erfahrung in der Selbstorganisation als EPU möchte ich dieses Wissen gerne weiter geben. An Selbständige und Angestellte, Fach- und Führungskräfte, Jobeinsteiger*innen und erfahrene Arbeitskräfte.

Als eine Möglichkeit habe ich vor 3 Jahren die „Bullet Journal Methode“ entdeckt. Nach mehreren Experimenten nutze ich – nebst meinem Online-Kalender – einen selbst entworfenen Papierkalender für die Monatsplanung und das Bullet Journal für die Wochenplanung. Alle ToDos sammle ich auf EINER Liste. Diese Woche probiere ich die „Alistair Method“ aus.

Mehr zu diesem Thema wird es bald auf diesem Blog zu lesen geben. Gerne können sie auch zu einem meiner Seminare zur „Lustvollen Selbstorganisation“ kommen. Aktuelle Termine finden sie auf http://www.plicka.com.

Mann und Frau
Fachthemem

Begriffe

Gender

Gender ist das englische Wort für Geschlecht und bezeichnet die Geschlechtsidentität des Menschen als soziale Kategorie, z.B. im Hinblick auf Selbstwahrnehmung, Selbstwertgefühl oder Rollenverhalten. (Duden 2016)

Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet die Verwirklichung der Gleichstellung von Mann und Frau unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen und Interessen (ebd). Dieser Punkt verdeutlicht einen wichtigen Faktor: es geht um die Gleichstellung, aber nicht zwangsweise die Gleichbehandlung der Geschlechter.

Die Geschichte des Gender Mainstreaming geht auf die ersten Frauenbewegungen zurück, beginnend im Zeitalter der Aufklärung und den Anfängen der bürgerlichen Emanzipationsbestrebungen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. So forderte Olympe de Gouges bereits 1791 dieselben Rechte und Pflichten für Frauen ein, denn Aussagen zu Menschen- und Bürgerrechten berücksichtigten zu diesem Zeitpunkt nur Männer.

Historisch gab es – insbesondere seit der 2. Welle der Frauenbewegung in den 1960er Jahren – in Organisationen und größeren Unternehmen in Österreich häufig Frauenförderungsprogramme oder Frauenbeauftragte. Diese Stabstellen wurden, wie z.B. nach der Fusion der BA & CA, zur Grundlage für die Einführung von Diversity Management sowie die Ernennung von Diversity Beauftragten. Die Förderung einer bestimmten benachteiligten Gruppe – wie in dem Fall die Gruppe der Frauen – wurde im Zuge der Einsetzung von Diversity Management Konzepten auf weitere Anspruchsgruppen ausgeweitet.

Diversity

Im Kontext von Organisationen ist Diversität bzw. Vielfalt ein Begriff der Sozialwissenschaften, der die Unterscheidung und Anerkennung menschlicher Eigenschaften bezeichnet. In diesem Text wird vorwiegend der englische Begriff Diversity verwendet, der sich in der Praxis als Name für einen unternehmerischen Umgang mit Vielfalt durchgesetzt hat.

Grundlegend werden folgende Dimensionen der Vielfalt beleuchtet: Kultur (Ethnie), Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, und Religion (Weltanschauung). Doch auch eine große Zahl weiterer, sozialisationsbedingter und kultureller Unterschiede wie Ausbildungsstand, Wohnort, Familienstand oder Arbeitsstil bedürfen der Aufmerksamkeit, wenn man sich mit Fragen des Diversity Managements in Unternehmen auseinandersetzt.

In diesem Zusammenhang spricht man von der Verschiedenheit, Ungleichheit, Andersartigkeit und Individualität, die durch zahlreiche Unterschiede zwischen Menschen entsteht. Die Vielfalt von individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen, Kompetenzen und Qualifikationen der Organisationsmitglieder stellt einen Faktor der „human resources“ von Organisationen dar, der unternehmerische Strategien von Flexibilisierung und kontinuierlichem Lernen möglich macht. (Aretz, 2003)

Darüber hinaus zielt Diversity Management auf Chancengleichheit ab, die Vielfalt in der Mitarbeiterschaft wertzuschätzen, zu fördern und zu nutzen. (Engel/Hofmann, 2004)